Fußgängerzone Kärntnerstrasse eröffnet
Viele können sich das ja gar nicht mehr vorstellen, dass in der Kärntnerstraße früher der Verkehr (Auto!) durchgebraust ist.
Aber es war so. Und am Abend sind lediglich ein paar pudelbewaffneter mit Lilahaar ausgestatteter Damen stolziert.
Weit und breit kein Café wo man sich gemütlich hinsetzen konnte. O.K. heute sitzen zwar nur die TouristInnen und schlürfen dünnen Kaffee. Aber immerhin, zumindest autofrei.
Die Kärntnerstraße hatte früher ja einen ganz speziellen Ruf: in den 60er Jahren promenierten viele Prostituierte hier und am Kohlmarkt, jedoch verlagerte sich der Strich an die großen Wiener Durchzugsstraßen wie den Gürtel und die Felberstraße.
Geschichtlicher Hintergrund:
Eine der ältesten Darstellungen der Kärntnerstraße ist uns durch den mittelalterlichen Schottenaltar überliefert, bei dem der Künstler die Heimsuchungs-Szene in die Kärntnerstraße (vielleicht auch Dorotheergasse) verlegt hat. Dieser gotische Wandelaltar mit Passionsszenen und Szenen aus dem Leben Mariens, stammt aus dem Schottenstift. Als Hintergrund einzelner Szenen setzte der Künstler Stadtansichten von Wien.
Die Kärntnerstraße wird bereits 1257 erwähnt, sie hieß eine Zeitlang Karnerstraße und auch Venedigerstraße, da ihr weiterer Verlauf über Wiener Neustadt, den Semmering, über Triest bis nach Venedig führte und der Handel mit fernen Gebieten florierte. Die Verlängerung der Kärntnerstraße im 10. Bezirk heißt heute noch Triesterstraße.
Der Haupt-, Ausgangs- und Endpunkt für den Adriahandel war der "Neue Markt". Mit einer Größe von 90 x 170 m bot er Platz für die unzähligen Händler, Handwerker und Kaufleute, die dort ihre Geschäfte abwickelten.
Eine Gedenktafel Ecke Kärntnerstraße/Walfischgasse erzählt von der Stadtmauer und den kriegerischen Ereignissen, denen sie standhalten musste.
Ungefähr in der Mitte der Kärntnerstraße liegt die Malteserkirche. Man würde hinter der klassizistischen Fassade von 1810 nicht unbedingt eine mittelalterliche Kirche vermuten. Um 1200 hat der Babenberger Leopold VI. die Johanniter nach Wien geholt, 1250 wurde eine Kapelle erbaut und 100 Jahre später erfolgte der gotische Neubau.
Aus dieser Zeit ist ein sehr schöner Schlussstein im Eingangsgewölbe vorhanden. Er zeigt eine Löwin mit ihren Jungen - ein Sinnbild der Auferstehung. Um die Bildsprache von Kunstwerken zu deuten, ist man nebst der Bibel und der "Legende aurea" immer wieder auf ein ehrwürdiges kleines Volksbuch angewiesen: den Physiologus (= der Naturkundige).
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Location:
Adresse: 1010 Wien, Kärntnerstraße
Anfahrt: U1,U3 Stephansplatz, U4 Karlsplatz, Straßenbahn: Linien 1, 2, D Oper
Kärntnerstraße wird Fußgängerzone. Das war in den 70er Jahren eine Sensation. Der legendäre Bürgermeister Gratz hält die Eröffnungsrede und streicht die Vitalität der Innenstadt heraus.
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