Schloss Schönbrunn
Weltkulturerbe Schloss Schönbrunn
Die imperiale Schlossanlage Schönbrunn mit ihren Nebengebäuden und dem weitläufigen Park zählt aufgrund ihrer langen und recht bewegten Geschichte zu den bedeutendsten Kulturdenkmäler Österreichs. Das gesamte denkmalgeschützte Ensemble, zu dem das Schloss, der Park mit seinen zahlreichen Parkbauten, Brunnen und Figuren wie auch der Tiergarten als ältester der Welt zählt, wurde Ende 1996 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Seit Maximilian II. im Besitz der Habsburger, ging die Schlossanlage nach dem Ende der Monarchie 1918 als Staatseigentum in den Besitz der Republik über und wurde von der Schlosshauptmannschaft Schönbrunn verwaltet.
Der Schlosspark von Schönbrunn
Um 1779 wurde der Schloßpark der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist seither beliebtes Erholungsgebiet für die Wiener Bevölkerung und internationales Publikum. Der Schloßpark mit seiner Ost-West-Ausdehnung von 1,2 Kilometer und seiner Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 1 Kilometer, wurde 1996 gemeinsam mit dem Schloß Schönbrunn in das Verzeichnis des Welterbes der UNESCO aufgenommen. Schloss und Parkanlage bilden eine Einheit und sind in vielfältiger Weise aufeinander bezogen, entsprechend der barocken Konzeption des fürstlichen Schlosses, nach der sich Architektur und Natur zu durchdringen hatten. Die barocke Gartengestaltung hat sich mit den Erweiterungen aus dem letzten Lebensjahrzehnt Maria Theresias weitgehend unverändert erhalten und bestimmt auch heute noch das charakteristische Erscheinungsbild des Schönbrunner Gartens.
Schöner Brunnen
In der Ecke eines Heckenganges gelegen, wurde das vom Hofgärtner Steckhoven errichtete erste Brunnenhaus im Jahre 1771 durch einen Neubau ersetzt, den der Hofarchitekt Isidor Canevale ausführte.
Das Brunnenhaus in Form eines quadratischen Pavillons ist an der Vorder- und Rückseite jeweils durch einen Rundbogen geöffnet, im rückseitigen Rundbogen befindet sich die von Wilhelm Beyer geschaffene Figur der Egeria über einem Brunnenbecken. Sie hält eine Vase in der Hand, aus der sich das, einst am Wiener Hof so sehr geschätzte Quellwasser in das Becken ergießt.
Die Fassade des kleinen tempiettoartigen Gebäudes ist mit einer tropfsteinartigen Oberfläche gestaltet, ebenso wie der Dreiecksgiebel und die mit Vasen bekrönte Flachkuppel, während der Architrav mit Muscheln verziert ist. Auch im Inneren sind die Wände mit Tropfsteindekor versehen, die Ecken sind mit Schilfbündel und die Decke mit Blumengirlanden geziert. In eine der Wände ist die Steinplatte mit dem gekrönten „M“ eingelassen, die auf die Entdeckung des Schönen Brunnen durch Kaiser Matthias verweist.
Gloriette
Bereits Fischer von Erlach hatte die Bekrönung des Schönbrunner Berges durch ein Belvedere vorgesehen, das den adäquaten Abschluss der barocken Schlossanlage bilden sollte. Erst im Zuge der von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg durchgeführten Gartengestaltung konnte das Vorhaben endlich realisiert werden. Die Gloriette wurde im Jahre 1775 nach Plänen des genannten Architekten als frühklassizistischer Kollonadenbau auf der Hügelkuppe errichtet. Der Baukörper setzt sich aus einem triumphbogenartigen Mittelteil mit luftigen rundbogigen Arkadenflügeln zusammen. Der Mittelteil, der noch im letzten Lebensjahr Maria Theresias verglast wurde, ist von einem mächtigen Reichsadler auf der Weltkugel bekrönt, umgeben von Waffentrophäen. Das Flachdach wird von einer Balustrade eingefasst und diente bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Aussichtsplattform. Sie ist auch heute über Treppen begehbar.
Die darunter liegende Attika trägt die Inschrift:
JOSEPHO II. AVGVSTO ET MARIA THERESIA IMPERANTIB. ERECT. CI)I)CCLXXV.
Neben der Freitreppe zum verglasten Mittelteil, in dem sich heute das Café Gloriette befindet, gibt es auch seitliche Treppenanlagen, die von mächtigen Trophäenstücken gesäumt sind. Dabei handelt es sich um Kompositionen aus antikisch-römischen Rüstungen mit Schilden, Feldzeichen und Löwen, die vom Bildhauer Johann Baptist Hagenauer geschaffen wurden. Das zentrale Adlermotiv und die übrige Bauplastik wurden von Benedikt Henrici ausgeführt. Ein Großteil der Doppelsäulen, Kapitelle, Arkadenbögen und Gebälkstücke stammen aus dem 1568 von Maximilian II. begonnenen Renaissanceschloss Neugebäude. Ebenfalls von dort kommen die so genannten Bukranien, das sind Stierköpfe, die im Inneren des Mittelrisalites den Fries schmücken. Das nie vollendete Schloss Neugebäude wurde im Jahre 1774 an das Militär abgegeben, um es zukünftig als Pulvermagazin zu nutzen. In der Folge verfügte Maria Theresia, die wertvollen Bauteile abzutransportieren und für die Gestaltung des Schönbrunner Gartens wieder zu verwenden.
Die Gloriette wird in der Literatur immer wieder als Denkmal für den „gerechten Krieg“ interpretiert, der in der Vorstellung des 18. Jahrhunderts nicht sinnlos geführt wurde, sondern zur Herstellung des Gleichgewichtes und zur Festigung der Ordnung dienen sollte.
Im 19. Jahrhundert wurde der verglaste Innenraum der Gloriette häufig als Speiseraum verwendet. Für die Zubereitung der Speisen errichtete man in unmittelbarer Nähe ein Küchenhaus, das um 1925 abgerissen wurde. Ein Jahr darauf wurde auch die Verglasung beseitigt. Ein Bombentreffer im Jahre 1945 zerstörte Teile des Ostflügels, die in den nachfolgenden Jahren wiederhergestellt wurden. Im Zuge einer 1994/95 durchgeführten Restaurierung wurde der Mittelteil der Gloriette wieder verglast.
Palmenhaus
Das Palmenhaus befindet sich auf dem Areal des ehemaligen Holländischen Gartens, und wurde in den Jahren 1881/82 nach Plänen Franz Xaver Segenschmids errichtet. Das 113 Meter lange Palmenhaus besteht aus einem 28 Meter hohen Mittelpavillon und zwei um drei Meter niedrigeren Seitenpavillons. Die drei Pavillons sind durch tunnelartige Gänge miteinander verbunden und bilden drei verschiedene Klimazonen - ein Kalthaus im Norden, ein "temperiertes" im Mittelpavillon sowie das Tropenhaus im Süden. Die jeweils erforderlichen Temperaturen werden mittels Dampfwasserheizung erzielt, dadurch können Raritäten der Pflanzenwelt aus allen Erdteilen gezeigt werden.
Bei der imposanten, dem Späthistorismus verpflichteten Eisenkonstruktion, wurde die moderne Technologie genützt und dem Bau eine dem Material entsprechende Form gegeben. Die konvexen und konkaven Linien des Mittel- und der Seitenpavillons sind von ausgewogenen Proportionen bestimmt und verleihen der Eisenkonstruktion trotz der enormen Größe eine spürbare Leichtigkeit. Zwischen dem Gerippe der außen liegenden Eisenkonstruktion sind die Glasflächen eingesetzt, die sich wie eine Haut an die gebogenen Eisenträger anschmiegen.
Das Schönbrunner Palmenhaus ist das letzte und größte seiner Art auf dem europäischen Kontinent.
Neptunbrunnen
Am Fuße des Berghanges und als Abschluss des Großen Parterres erhebt sich der Neptunbrunnen, der zum Gesamtkonzept der Gartengestaltung durch Maria Theresia in den 1770er Jahren gehörte. 1776 wurde mit den Grabungen für das Bassin begonnen und nach einer vierjährigen Bauzeit konnte die Brunnenanlage noch vor dem Tod der Monarchin vollendet werden. Der Entwurf stammte mit großer Wahrscheinlichkeit von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg, die Figurengruppe aus Sterzinger Marmor wurde von Wilhelm Beyer geschaffen.
Eine gegen den Berghang zurück schwingende Stützmauer, die mit einer vasenbesetzten Balustrade versehen ist, bildet die Rückwand des riesigen Brunnenbassins. In der Mitte wölbt sich ein halbovaler Sockel vor, auf dem sich eine Felslandschaft erhebt, die vom Meeresgott Neptun und seinem Gefolge bevölkert ist. Stützmauer und Sockel sind durch Blendtafeln gegliedert, am Sockel sind diese mit Masken versehen, die vertikalen Stützglieder mit Blumengirlanden geschmückt.
Im Zentrum der Figurengruppe steht Neptun mit dem Dreizack in der Hand in einem Muschelwagen über einer Felsgrotte. Zu seiner Linken befindet sich eine Nymphe und zur Rechten kniet die Meeresgöttin Thetis. Sie bittet Neptun, die Seefahrt ihres Sohnes Achill zu begünstigen, der zur Eroberung Trojas aufgebrochen war. Am Fuß der Felsgrotte tummeln sich – halb Mensch und halb Fisch – die zu Neptuns Gefolge gehörenden Tritonen mit Muscheltrompeten in der Hand, die Mensch und Tier in Angst und Schrecken versetzen können. Sie lenken die so genannte Hippokamen, Meerespferde, mit denen Neptun die Meere befährt.
Die in der Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts häufig dargestellte Meerfahrt des Neptun, das Element des Wassers beherrschend, stand als Gleichnis für den Fürsten, der die Kräfte des Landes zu lenken weiß. Die ursprünglich frei stehende Neptungruppe wurde im 19. Jahrhundert mit einer Baumkulisse hinterlegt.
Rundbassin
An den Schnittpunkten der beiden Alleesterne östlich und westlich des Großen Parterres ist jeweils ein Rondeau angelegt, dessen Mitte von einem Najadenbrunnen betont wird. Najaden gehörten als Quell- und Wassergeister zum Gefolge Neptuns, beide Skulpturengruppen wurden von Beyer geschaffen, im Meidlinger Rundbassin ist die Najade mit einem Wasservogel spielend dargestellt.
Channel: Museums Tour
Categories: Art & Culture, Sightseeing
Weiterführende Links:
Location:
Adresse: Schönbrunner Schloßstrasse, 1130 Wien, Tel.: +43/1/811 13-0
Öffnungszeiten:
April bis Juni: täglich 8.30 bis 17.00 Uhr
Juli bis August: täglich 8.30 bis 18.00 Uhr
September bis Oktober: täglich 8.30 bis 17.00 Uhr
November bis März: täglich 8.30 bis 16.30 Uhr
Anfahrt:
U-Bahn: U4 bis Schönbrunn
Straßenbahn: 10 und 58 bis Schönbrunn
Bus:10A bis Schönbrunn
Schloss Schönbrunn, die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Wiens läßt nicht nur die Herzen der Touristen höher schlagen, auch die WienerInnen genießen einen Spaziergang durch die weitläufige barocke Gartenanlage.
Duration: 02:39Language: de
Creation date: 2008
Credit: Director: Hermann Kurasch, Editor: Peter Willrader, Colour: Christian Thüringer, Musik: Brandenburg Concerto

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