Secession
Die Wiener Secession wurde am 3. April 1897 von Gustav Klimt, Koloman Moser, Josef Hoffmann, Joseph Maria Olbrich, Max Kurzweil, Josef Engelhart, Ernst Stöhr, Wilhelm List und anderen Künstlern als Abspaltung (Secession) vom Wiener Künstlerhaus gegründet, da die Künstler den am Künstlerhaus vorherrschenden Konservatismus und traditionellen, am Historismus orientierten, Kunstbegriff ablehnten. Vorbilder waren die Berliner und Münchner Sezession. Die erste Ausstellung fand 1898 statt. Kurz vor der Jahrhundertwende trat eine Reihe von Künstlern aus dem konservativen Künstlerhaus aus und gründete unter dem Namen Secession eine neue Kunstvereinigung mit dem Wahlspruch "Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit". Auf dem von der Stadtverwaltung beigestellten Grundstück errichtete Joseph Olbrich 1897/98 für den Verein ein Ausstellungsgebäude im Jugendstil. 1985/86 wurde die Blattwerk-Kuppel ("goldenes Krauthappel") dank einer Spende des damaligen US-Botschafters in Wien, Ronald Lauder, und seiner Gattin neu vergoldet und die Secession unter der Leitung von Adolf Krischanitz renoviert und adaptiert.

Dabei wurde der für die Beethoven-Ausstellung 1902 von Gustav Klimt geschaffene, 34 m lange Beethovenfries, eine virtuose, malerische Interpretation von Beethovens 9. Symphonie, in einem neu geschaffenen Raum im Untergeschoß zur permanenten Besichtigung montiert.
Der Beethovenfries:
Linke Wand:
Die schwebenden Frauengestalten (Genien) symbolisieren die Sehnsucht nach dem Glück und der Liebe.
Ein stehendes Mädchen und ein kniendes Paar mit ausgestreckten, bittenden Händen stellen die leidende Menschheit dar. Sie wirken von außen auf den goldenen Ritter ein, für sie den Kampf um das Glück aufzunehmen. Den Ritter unterstützen zwei Frauengestalten, Ehrgeiz (mit Siegerkranz) und Mitleid als innere Antriebe seines Handelns.
Mittlere Wand:
Die feindlichen Gewalten (Gorgonen, Gigant, sündhafte Leidenschaften)
Der affenartige, nahezu unbesiegbare Gigant Typhoeus in der Mitte, dessen Körper Schlangen entspringen, sowie seine Töchter rechts neben ihm, die Schicksalsgötter (Gorgonen), symbolisieren die feindlichen Gewalten. Über den Gorgonen im Hintergrund lauern düstere, maskenhafte Köpfe als Krankheit, Wahnsinn und Tod.
Rechts daneben stehen drei anschaulich gestaltete Frauengestalten für Wollust, Unkeuschheit und Völlerei. Weiter daneben zeigt der Kummer seine elende Figur.
Rechte Wand:
Diesen Kuss der ganzen Welt (Künste, Chor und Umarmung)
Die schwebenden Genien, als Sehnsüchte nach Liebe und Glück, finden zu einer Frauengestalt mit Leier, die die Poesie verkörpert. (Im Anschluss befindet sich eine Bildlücke, die ursprünglich ein Wanddurchbruch war, der einen Blick auf Klingers Beethovenfigur bot.)
Fünf hintereinander gestellte Frauen in bewegter Geste stellen die Künste dar, die auf das Reich der Ideen, der Ideale und des Glücks weisen und hierbei konkret auf den Schlusschor der 9. Symphonie zeigen und seinem engelhaften Gesang nach dem Text von Friedrich Schiller "Freude, schöner Götterfunken, diesen Kuss der ganzen Welt" (Ode an die Freude), offenbar ein beseelender Kuss von einem Paar in einer paradiesischen, etwas glockenhaft umwölbten Umgebung ausgeführt. Dem Maler kann hier ein gebrochenes Verhältnis zum 'die Menschheit umschlingenden Pathos' Schillers nicht abgesprochen werden, wie schon seine Zeitgenossen kritisch bemerkten.
Channel: Museums Tour
Categories: Art & Culture, Sightseeing
Weiterführende Links:
Location:
Adresse: 1010 Wien, Friedrichstraße 12, Tel. +43/1/587 53 0
Geöffnet: Di - So und Feiertag 10 - 18 Uhr, Do 10 - 20 Uhr
Anfahrt: U1, U2, U4, Tram, Bus: Karlsplatz/Oper
Dieses Video zeigt Ihnen Perspektiven von der berühmten Wiener Secession, wie Sie es noch nie erlebt haben. Mitten im "goldenen Krauthappel", wie die Wiener ihr Jugendstil-Juwel liebevoll bezeichnen.
Duration: 02:39Language: de
Creation date: 11.2007
Url: http://www.secession.at/
Address:
Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession Friedrichstraße 12, A-1010 Wien Telefon: +43-1-587 53 07,
Credit: Director: Hermann Kurasch Editor: Teresa Galen


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